Marktüberblick: EZB verschiebt Zinserhöhung, Baugenehmigungen steigen deutlich, Milliardenlücke bei Krediten am Immobilienmarkt, Iran-Krieg treibt Inflation!

Die wichtigsten News vom Immobilienmarkt aus dem Monat April für Sie gebündelt zusammengefasst!

Deutshland-Karte mit Lupe

EZB verschiebt Zinserhöhung wegen Iran-Krieg bis mindestens Juni

Die EZB hebt die Zinsen vorerst nicht an. Grund ist die unsichere Lage durch den Iran-Krieg. Wie es weitergeht, hängt stark davon ab, wie sich Inflation und Wirtschaft entwickeln.
Eine Entscheidung soll frühestens im Juni fallen. Hintergrund ist die unsichere wirtschaftliche Entwicklung infolge des Iran-Kriegs.
Laut EZB ist derzeit schwer abzuschätzen, wie stark sich die Lage auf Inflation und Wachstum auswirkt. Zwar sind die Preise zuletzt gestiegen, vor allem wegen höherer Energiekosten.
Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass höhere Zinsen die ohnehin schwache Konjunktur zusätzlich belasten. Auch Marktteilnehmer rechnen daher zunächst nicht mit einem Zinsschritt.
Die Notenbank verfolgt eine abwartende Strategie und will weitere Daten auswerten, bevor sie über den nächsten Schritt entscheidet.
 

Baugenehmigungen steigen deutlich, doch Baustarts bleiben aus

Zu Jahresbeginn werden wieder deutlich mehr Wohnungen genehmigt. Die Branche sieht darin ein positives Signal, doch steigende Kosten und Unsicherheiten könnten viele Projekte verzögern.
Entscheidend bleibt, ob aus Genehmigungen auch tatsächliche Bauvorhaben werden.
In den ersten beiden Monaten des Jahres wurden laut Statistischem Bundesamt deutlich mehr Wohnungen genehmigt als im Vorjahreszeitraum. Besonders im Februar legten die Zahlen spürbar zu.
Ein Großteil der genehmigten Einheiten entfällt auf Neubauten. Die Bauindustrie bewertet die Entwicklung zwar als positives Signal, warnt jedoch davor, daraus automatisch auf steigende Bautätigkeit zu schließen.
Hohe Baukosten, umfangreiche Auflagen und bürokratische Hürden verzögern weiterhin viele Projekte. Zusätzlich belasten geopolitische Risiken und mögliche steigende Zinsen die Investitionsbereitschaft.
Laut ifo Institut hat sich die Stimmung im Wohnungsbau zuletzt wieder eingetrübt, vor allem wegen wachsender Unsicherheit bei der Finanzierung.
 

Deutschland bleibt Mieterland, Eigentum für viele unerreichbar

Der Wunsch nach Wohneigentum ist in Deutschland so gering wie in kaum einem anderen Land Europas. Hohe Kosten und lange Sparzeiten erschweren den Kauf zusätzlich und bremsen viele Interessenten aus.
Deutschland weist laut einer Umfrage die niedrigste Nachfrage nach Wohneigentum in Europa auf.
Ein großer Teil der Befragten hat kein Interesse am Kauf einer Immobilie, während gleichzeitig die Mietquote deutlich über dem europäischen Durchschnitt liegt.
Als Gründe nennen viele Zufriedenheit mit der aktuellen Wohnsituation sowie den Wunsch nach Flexibilität. Auch hohe Kaufnebenkosten und finanzielle Belastungen spielen eine zentrale Rolle.
Besonders auffällig ist die lange Ansparzeit für Eigenkapital, die im europäischen Vergleich am höchsten ausfällt. Experten sehen darin ein strukturelles Problem und verweisen auf unzureichende staatliche Förderung sowie hohe Erwerbskosten.
 

Kredite laufen aus: Milliardenlücke am Immobilienmarkt

In den kommenden Jahren laufen Immobilienkredite in Milliardenhöhe aus. Gleichzeitig verschlechtern sich Finanzierungsbedingungen und Bewertungen.
Die Branche reagiert mit Verlängerungen, doch die Risiken nehmen weiter zu.
Besonders im Jahr 2026 erreicht das Refinanzierungsvolumen laut HIH Invest einen Höhepunkt mit über 40 Milliarden Euro, während eine Finanzierungslücke entsteht.
Sinkende Immobilienwerte und vorsichtigere Beleihungsausläufe führen dazu, dass Investoren deutlich mehr Eigenkapital aufbringen müssen. Gleichzeitig steigt die Quote notleidender Kredite in Deutschland über den EU-Durchschnitt.
Viele Banken verlängern bestehende Kredite, um Abschreibungen zu vermeiden. Experten sprechen von einer verzögerten Marktbereinigung.
Der Irankrieg verstärkt die Unsicherheit, da mögliche Zinserhöhungen und Inflation die Finanzierung zusätzlich erschweren. Besonders betroffen sind Büroimmobilien, während Top-Lagen stabil bleiben.
 

Immobilienpreise ziehen wieder an und nähern sich Rekordniveau

Die Preise für Häuser und Wohnungen steigen weiter und nähern sich früheren Höchstständen. Vor allem in Metropolen zeigt sich eine deutliche Dynamik. Gleichzeitig sorgen geopolitische Risiken für Unsicherheit am Markt.
Wie aus Daten des Verbands deutscher Pfandbriefbanken hervorgeht, haben sich Wohnimmobilien im Schlussquartal 2025 um 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr verteuert.
Grundlage sind reale Abschlüsse von mehr als 700 Banken. Besonders stark fiel der Anstieg in den großen Städten aus, wo auch die Mieten weiter zulegen.
Für 2026 erwartet der Verband erneut steigende Preise. Gleichzeitig erhöhen gestiegene Kapitalmarktzinsen die Finanzierungskosten deutlich, wodurch Kredite wieder teurer werden.
Hintergrund sind Inflationsrisiken infolge geopolitischer Spannungen. Trotz der Unsicherheit bleibt die Kreditvergabe lebhaft, insbesondere bei Wohn- und Mehrfamilienhäusern.
 

Grüne planen Grunderwerbsteuerbefreiung für Familien beim Erstkauf

Die Grünen legen ein Maßnahmenpaket zur Entlastung vor. Im Fokus steht auch der Immobilienmarkt, wo Familien gezielt beim Eigentumserwerb unterstützt werden sollen.
Ein Vorschlag könnte den Zugang zu Wohneigentum deutlich verändern.
Kern des Positionspapiers von Parteichefin Franziska Brantner und Fraktionschefin Katharina Dröge ist ein umfassender Entlastungsplan im Volumen von rund 35 Milliarden Euro.
Für den Immobilienmarkt besonders relevant ist die geplante Befreiung von der Grunderwerbsteuer beim erstmaligen Erwerb selbstgenutzten Wohneigentums durch Familien. Ziel ist es, den Vermögensaufbau zu erleichtern.
Im Gegenzug soll für weitere Käufe ein höherer Steuersatz gelten. Ergänzt wird der Vorschlag durch weitere Maßnahmen zur Entlastung von Haushalten und Unternehmen, etwa bei Energie und Steuern.
Aufgrund der Oppositionsrolle der Grünen gelten die Umsetzungschancen derzeit jedoch als gering.
 

Vermieter sollen Heizkostenanstieg mittragen

Beim Einbau neuer Gas- oder Ölheizungen könnten Vermieter künftig stärker in die Pflicht genommen werden. Die Bundesregierung will Mieter vor steigenden Wärmekosten schützen.
Bauministerin Verena Hubertz will im geplanten Gebäudemodernisierungsgesetz mehr Mieterschutz verankern. Entscheidet sich ein Vermieter für eine neue Gas- oder Ölheizung, sollen steigende Wärmekosten nicht allein zulasten der Mieter gehen.
Nach den Eckpunkten von Union und SPD soll der Einbau von Gas- und Ölheizungen weiter möglich bleiben, wenn ab 2029 anteilig klimafreundliche Brennstoffe genutzt werden.
Hubertz verweist darauf, dass die Preise für Bio-Gas und Bio-Öl voraussichtlich steigen dürften. Aus der CSU kommt Kritik. Sie warnt vor zusätzlicher Verunsicherung im Mietwohnungsbau.
 

Investoren setzen verstärkt auf deutsche Wohnimmobilien

Europäische Investoren bauen ihr Engagement im Wohnsegment weiter aus. Deutschland gewinnt dabei deutlich an Attraktivität und rückt an die Spitze der bevorzugten Märkte. Gleichzeitig bleiben zentrale Hürden bestehen.
Grundlage ist eine Umfrage, die eine steigende Investitionsbereitschaft im Wohnimmobiliensektor zeigt. Ein Großteil der Investoren plant, den Anteil von Wohnanlagen in den Portfolios weiter auszubauen.
Deutschland liegt dabei erstmals auf Platz eins der bevorzugten Märkte in Europa, vor Spanien und Großbritannien. Als Hauptgründe gelten stabile Renditen, hohe Nachfrage und Krisen-Resilienz.
Gleichzeitig bremsen begrenzte Angebote, Preisunterschiede zwischen Käufern und Verkäufern sowie regulatorische Risiken den Markt.
Im Fokus stehen Bestandsobjekte sowie Vermietungsmodelle, während Nachhaltigkeit für viele Investoren ein entscheidendes Kriterium bleibt und zunehmend mit Preisaufschlägen verbunden ist.
 

Fast zwei Millionen Wärmepumpen im Einsatz

Die Wärmepumpe setzt sich im Heizungsmarkt zunehmend durch und erreicht neue Bestmarken. Steigende Energiepreise beschleunigen die Entwicklung. Der Trend verändert den Gebäudesektor spürbar.
Die Wärmepumpe hat sich 2025 erstmals zum meistverkauften Heizsystem in Deutschland entwickelt und damit die Gasheizung abgelöst.
Laut Bundesverband Wärmepumpe waren Ende des Jahres rund 1,9 Millionen Geräte in Betrieb, die Zwei-Millionen-Marke dürfte kurzfristig erreicht werden.
Treiber sind unter anderem stark gestiegene Preise für fossile Energieträger, die laut Techem Atlas 2025 deutlich zulegten, während Stromkosten vergleichsweise stabil blieben.
Gleichzeitig gewinnt die Technologie im Zuge der Energiewende an Bedeutung, da sie zur Reduzierung von CO2-Emissionen und zur geringeren Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen beiträgt.
 

Iran-Krieg treibt Inflation: Teuerung um 2,9 Prozent

Der Iran-Krieg sorgt für einen massiven Preisschock bei Energie und treibt die Inflationsrate in Deutschland im April auf 2,9 Prozent.
Besonders das Heizen und Tanken belasten die privaten Haushalte sowie die gesamte Wirtschaft derzeit extrem.
Innerhalb eines Jahres stiegen die Kosten für Haushaltsenergie und Kraftstoffe um über zehn Prozent. Experten der Commerzbank warnen bereits vor einer breiten Preiswelle bei weiteren Waren und Dienstleistungen.
Auch Lebensmittel verteuern sich spürbar. Viele Menschen müssen sich im Alltag einschränken oder greifen auf Ersparnisse zurück.
Die Bundesregierung plant ab Mai eine zweimonatige Steuersenkung auf Kraftstoffe zur Entlastung. Ökonomen bezweifeln jedoch eine nachhaltige Wirkung dieses Tankrabatts.
Ob die Teuerung anhält, hängt maßgeblich von der Blockade wichtiger Handelswege im Nahen Osten ab.
Führende Institute rechnen für das gesamte Jahr mit einer durchschnittlichen Inflationsrate von 2,8 Prozent.