Marktüberblick: Family Offices setzen auf Wohnobjekte, Bundeszuschuss senkt Strompreise, Gas wird jedoch teurer, ausländische Investoren meiden B-Städte, EZB verlängert Zinspause!

Die wichtigsten News vom Immobilienmarkt aus dem Monat Oktober für Sie gebündelt zusammengefasst!

Deutshland-Karte mit Lupe

Baugenehmigungen steigen: Hoffnungsschimmer für den Wohnungsbau

Nach langer Flaute zieht der Wohnungsbau in Deutschland wieder an, vor allem bei Eigenheimen. Die steigende Zahl der Baugenehmigungen weckt Hoffnung, dass der Tiefpunkt der Baukrise überwunden sein könnte.
Im August wurden 19.300 Wohnungen genehmigt, 5,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Besonders Einfamilienhäuser verzeichnen mit über 15 Prozent das stärkste Wachstum.
Experten sehen darin ein mögliches Signal für eine konjunkturelle Erholung der Bauwirtschaft. Dennoch bleibt die Zahl der Genehmigungen insgesamt deutlich unter dem Niveau von 2021.
Branchenvertreter fordern deshalb zusätzliche Förderungen und weniger Bürokratie, um die ehrgeizigen Wohnungsbauziele der Bundesregierung zu erreichen.
 

Family Offices erhöhen Immobilienanteil und setzen auf Wohnobjekte

Family Offices im deutschsprachigen Raum setzen stärker auf Immobilien als jede andere Anlageform. Besonders gefragt sind Wohnobjekte und Direktinvestments, die langfristige Stabilität und Kontrolle über das Vermögen versprechen.
Laut Kingstone Family Office Real Estate Report 2025 entfallen im Durchschnitt 56,5 Prozent des Vermögens auf Immobilien. Der Schwerpunkt liegt mit 81,4 Prozent klar auf Direktanlagen, während Fondsbeteiligungen kaum eine Rolle spielen.
Wohnimmobilien dominieren die Portfolios, gefolgt von Büroobjekten. Geografisch investieren die meisten Family Offices weiterhin in Deutschland, was Experten als Risiko für die Diversifikation sehen.
Trotz bereits hoher Quoten plant die Hälfte der Befragten, ihre Immobilienanteile weiter auszubauen, wobei Sicherheit und Werterhalt wichtiger sind als hohe Renditen.
 

Bundeszuschuss senkt Strompreise, Gas wird teurer

Haushalte in Deutschland dürfen sich 2026 auf sinkende Stromkosten freuen, während Gas voraussichtlich teurer wird. Wie stark sich das auf die Nebenkosten auswirkt, hängt allerdings von Region und Versorger ab.
Grund dafür ist ein Bundeszuschuss von 6,5 Milliarden Euro, der die Stromnetzentgelte laut Verivox im kommenden Jahr um durchschnittlich 16 Prozent senken soll.
Ein Drei-Personen-Haushalt mit 4000 Kilowattstunden Stromverbrauch spart dadurch rechnerisch rund 82 Euro im Jahr. Besonders groß ist die Entlastung in Berlin und Brandenburg mit bis zu 23 Prozent.
Gleichzeitig steigen die Gasnetzentgelte um etwa elf Prozent, was rund 61 Euro Mehrkosten bedeutet. Durch die wegfallende Gasspeicherumlage könnte sich dieser Anstieg insgesamt jedoch weitgehend ausgleichen.
 

EU beschließt Importverbot für russisches Gas bis 2027

Die EU zieht Konsequenzen aus dem Ukrainekrieg und will russisches Gas schrittweise verbannen. Bis Ende 2027 soll der Import vollständig enden, mit Ausnahmen für besonders abhängige Länder und einer Notfallklausel für Krisenzeiten.
Die Energieminister der Mitgliedstaaten stimmten in Luxemburg für ein Gesetz, das den Ausstieg aus neuen Verträgen ab 2026 und aus langfristigen Lieferungen bis Januar 2028 vorsieht.
Ziel ist es, die Abhängigkeit von Russland zu beenden und dem Kreml Einnahmen für den Krieg in der Ukraine zu entziehen.
Staaten ohne Zugang zu Häfen wie Ungarn und die Slowakei dürfen vorübergehend weiter Pipeline-Gas beziehen.
Sollte die Energieversorgung gefährdet sein, kann die EU-Kommission das Importverbot zeitweise aussetzen.
 

Sorge vor Dunkelflaute wächst: Deutschland droht Abhängigkeit von Stromimporten

Mit Blick auf den kommenden Winter wächst die Sorge vor einer Dunkelflaute. Deutschland könnte erneut auf Stromimporte angewiesen sein, weil Wind- und Solaranlagen zu wenig liefern und der Ausbau neuer Kraftwerke ins Stocken geraten ist.
Energieexperten wie Manuel Frondel vom RWI warnen vor einem Angebotsdefizit und betonen die steigende Abhängigkeit von ausländischem Strom. Schon 2024 importierte Deutschland Rekordmengen, vor allem aus Frankreich.
Die Bundesnetzagentur sieht die Versorgungssicherheit gefährdet, sollte kein zusätzlicher Strom-Back-up entstehen. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche will deshalb neue Gaskraftwerke fördern, stößt aber auf Widerstand aus Brüssel.
Auch die Diskussion um den Einsatz von Kohlekraftwerken als Notlösung flammt wieder auf.
Die Energiewende steht damit vor einem ihrer größten Praxistests.
 

Ausländische Investoren meiden deutsche B-Städte

Internationale Investoren meiden deutsche B-Städte, während heimische Käufer gezielt nach sicheren Büroobjekten suchen. Eine aktuelle Analyse durch WARELOG zeigt, wie stark sich der Markt verändert hat und wer jetzt noch investiert.
Das Transaktionsvolumen bei Büroimmobilien in den B-Städten in den ersten drei Quartalen 2025 um 36 Prozent auf 775 Millionen Euro.
Der Anteil ausländischer Käufer fiel auf nur sechs Prozent. Besonders gefragt sind risikoarme Core-Plus-Objekte, während die öffentliche Hand und wohlhabende Privatpersonen zu den wichtigsten Käufern zählen.
Die Mieten steigen leicht, vor allem für moderne und nachhaltige Büros. WARELOG erwartet bis Jahresende wieder mehr Bewegung im Markt – begünstigt durch stabile Zinsen.
 

IfW-Studie: Mieten steigen nur noch im Tempo der Inflation

Die Mieten in deutschen Städten steigen so langsam wie seit Jahren nicht mehr. 
Laut einer Studie des Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) wächst der Mietanstieg nur noch im Tempo der Inflation, während sich freie Wohnungen trotzdem schneller vermieten als zuvor.
Im dritten Quartal legten die Mieten im Schnitt um 0,5 Prozent zum Vorquartal zu. Im Vergleich zum Vorjahresquartal betrug der Anstieg 3,5 Prozent, inflationsbereinigt 1,2 Prozent – der niedrigste Wert seit Ende 2021.
Besonders in Leipzig und Düsseldorf stiegen die Preise, während Berlin und Hamburg leichte Rückgänge verzeichneten.
Trotz moderater Anstiege bleibt der Markt angespannt: Die durchschnittliche Inseratsdauer sank auf nur 24 Tage. Experten warnen, ohne mehr Neubauten werde sich die Situation für Wohnungssuchende kaum entspannen.
 

Generation Z setzt auf Aktien und ETFs

Immer mehr junge Menschen in Deutschland wenden sich von Immobilien ab und investieren ihr Geld in Aktien und ETFs. Eine aktuelle Umfrage zeigt, wie stark sich das Anlageverhalten der Generation Z verändert.
Laut einer Erhebung des Fintechs Revolut in Zusammenarbeit mit Dynata setzen 41 Prozent der 18- bis 24-Jährigen auf Wertpapiere als bevorzugte Anlageform, während nur 26 Prozent Immobilien als erste Wahl betrachten.
Auffällig ist zudem der wachsende Anteil weiblicher Investoren, der inzwischen bei 32 Prozent liegt.
Die Studie zeigt auch regionale Unterschiede: In Bremen betrachten 90 Prozent der Befragten Aktien und ETFs als entscheidend für den Vermögensaufbau, in Brandenburg sind es lediglich 26 Prozent.
 

EZB verlängert Zinspause – Inflation in Deutschland nur leicht gesunken

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihre Leitzinsen konstant gehalten. Für die Immobilienwirtschaft bedeutet das aktuelle Zinsniveau eine Herausforderung. 
Die Inflation in Deutschland zeigt sich derweil zäher als erhofft.
Die nach europäischen Standards berechnete deutsche Inflationsrate ist laut Statistischem Bundesamt im Oktober auf 2,3 Prozent gesunken. Im September hatte die Teuerung bei 2,4 Prozent gelegen. 
Der Rückgang fiel somit schwächer aus als von Ökonomen erwartet. Die EZB strebt in der Währungsunion mittelfristig eine Inflation von zwei Prozent an. 
Ihre Leitzinssätze hielt die Notenbank bereits zum dritten Mal in Folge konstant: Der Einlagenzins liegt weiterhin bei 2,0 Prozent, der Hauptrefinanzierungssatz bei 2,15 Prozent. 
Für die Immobilienwirtschaft bleibt das Zinsniveau somit anspruchsvoll, aber immerhin planbar. Oliver Kohnen, Geschäftsführer von Baufi24, warnt jedoch, dass steigende Inflationserwartungen die langfristigen Zinsen wieder antreiben könnten. 
Die Bauzinsen liegen derzeit bei rund 3,5 Prozent.