Marktüberblick: Amazon verkauft Minihäuser, München bleibt teuerste Stadt Deutschlands, Banken vergeben wieder mehr Immobilienkredite, CDU plant Wechsel bei Mietpreisbremse & Heizungsgesetz, EH55-Förderung kehrt zurück!

Die wichtigsten News vom Immobilienmarkt aus dem Monat November für Sie gebündelt zusammengefasst!

Deutshland-Karte mit Lupe

Grundsteuerreform: Länder bessern nach

Mehrere Bundesländer korrigieren die Schieflage der Grundsteuerreform, die Wohneigentümer stärker belastet als Gewerbe.
Neue Gesetze, Hebesätze und Urteile zeigen, wie unterschiedlich die Länder die Reform anpassen und wer künftig entlastet wird.
Seit Inkrafttreten der Reform Anfang 2025 zeigen sich erhebliche Unterschiede in der Umsetzung: Thüringen senkt die Steuermesszahlen für Wohnimmobilien, Berlin reduziert den Hebesatz deutlich, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt erlauben differenzierte Sätze.
Hamburg kombiniert Erhöhungen mit Härtefallregelungen, während Bremen und NRW auf Aufkommensneutralität setzen. Erste Gerichtsurteile bestätigen die Verfassungsmäßigkeit des Bundesmodells, doch Klagen laufen weiter.
Ein Überblick zeigt, welche Länder mit neuen Gesetzen reagieren, wo Entlastungen geplant sind und wie Kommunen ihre Hebesätze künftig gestalten dürfen.

Energieversorger verklagen Gröner-Gruppe wegen unbezahlter Rechnungen

Energieversorger in mehreren Städten fordern Millionen von Bauunternehmer Christoph Gröner, dessen Firmen offene Rechnungen für Wasser und Heizung hinterlassen haben sollen, während Mieter um Versorgung und Wärme bangen.
Nach Recherchen von MDR und „Zeit“ schulden Unternehmen der Gröner-Gruppe den Berliner Wasserbetrieben über eine Million Euro und weiteren Versorgern in Berlin und Leipzig hohe sechsstellige Summen.
Mehrere Verfahren laufen, einige Klagen endeten bereits mit Zahlungsverurteilungen. Besonders betroffen sind Gewerbemieter, deren Heizungen zeitweise abgestellt wurden, und Bewohner eines Hauses in Köln, die mögliche Abschaltungen fürchten.
Während mehrere Gröner-Firmen insolvent sind, betont sein Anwalt, dass alle Forderungen beglichen würden. Gröner selbst zeigt sich optimistisch, seine Unternehmensgruppe bleibe handlungsfähig.
 

Mehrfamilienhäuser mit größtem Preissprung

Die Immobilienpreise steigen weiter, und besonders Mehrfamilienhäuser treiben den Markt an. Neue Zahlen des Verbands deutscher Pfandbriefbanken zeigen, wo die Dynamik am stärksten ist und warum Investoren dennoch genau hinschauen sollten.
Im dritten Quartal 2025 legten die Preise für Wohnimmobilien um 3,8 Prozent zu, bei Mehrfamilienhäusern sogar um 5,2 Prozent im Jahresvergleich. Auch die Mieten stiegen deutlich, insbesondere in den Metropolen mit bis zu 5,1 Prozent Zuwachs.
Hauptgrund ist die anhaltend hohe Nachfrage bei begrenztem Angebot. Vdp-Hauptgeschäftsführer Jens Tolckmitt sieht die Erholungsphase des Markts gefestigt, warnt jedoch vor den Folgen hoher Baukosten.
Der geplante „Bauturbo“ könne helfen, reiche aber nicht aus, um den Wohnungsmangel nachhaltig zu beheben.
 

Amazon verkauft Minihaus mit Einschränkungen

Ein Minihaus für unter 45.000 Dollar sorgt auf Amazon für Aufmerksamkeit. Das zweistöckige Modell mit Terrasse, Küche und Bad wirkt auf den ersten Blick vollständig ausgestattet, zeigt jedoch beim genaueren Hinsehen deutliche Einschränkungen.
Das SEQ Bouble Story Expandables Container House bietet laut Beschreibung zwei Schlafzimmer, einen offenen Wohnbereich, ein Bad mit Nass- und Trockenbereich sowie eine Dachterrasse.
Käufer können Gestaltung und Ausstattung individuell anpassen. Erfahrungsberichte zeigen jedoch, dass Strom- und Wasseranschlüsse fehlen und Möbel sowie Geräte nicht im Lieferumfang enthalten sind.
Das Tiny House bleibt damit ein Rohbau, der erst mit zusätzlichem Aufwand bewohnbar wird. In Deutschland ist das Angebot nicht verfügbar. Es verdeutlicht aber die wachsende Nachfrage nach günstigen, modularen Wohnlösungen und die Grenzen solcher Konzepte.
 

Miete, Strom, Essen: München bleibt teuerste Stadt in Deutschland

Eine neue Studie zeigt deutliche Unterschiede bei Mieten und Lebenshaltungskosten in ganz Deutschland und bestätigt, dass München weiterhin das teuerste Pflaster bleibt, während andere Regionen überraschend günstig abschneiden.
Das Kölner Institut der deutschen Wirtschaft und das Bundesinstitut für Bau, Stadt und Raumforschung haben alle 400 Kreise und kreisfreien Städte verglichen.
In den sieben größten Metropolen liegen die Kosten im Schnitt 11 Prozent über dem Bundesniveau, besonders deutlich bei den Mieten. München ragt mit fast 24 Prozent höheren Lebenshaltungskosten heraus.
Günstiger lebt es sich dagegen in vielen ostdeutschen Regionen sowie in ländlichen Kreisen Niedersachsens. Auffällig ist Wolfsburg, wo niedrige Preise mit hohen Einkommen zusammentreffen. Trotz Inflation blieb das Gefälle zwischen Stadt und Land weitgehend stabil.
 

Banken vergeben mehr Immobilienkredite – Aufschwung oder Strohfeuer?

Die Kreditvergabe im Immobilienmarkt zieht spürbar an und sorgt für neues Interesse an Finanzierungen.
Doch trotz steigender Zahlen bleibt die Frage offen, ob sich die Lage für Wohnimmobilien damit wirklich verbessert.
Banken vergaben in den ersten neun Monaten neue Immobilienkredite im Volumen von gut 107 Milliarden Euro, ein deutliches Plus gegenüber dem Vorjahr.
Besonders stark wuchs das Segment der Wohnimmobilien, hier legten die Darlehen um 19 Prozent zu.
Trotz dieser Dynamik sieht der Verband deutscher Pfandbriefbanken jedoch keine Entspannung, da das Neugeschäft vor allem Bestandsobjekte betrifft und der Neubau weiterhin stockt.
Der Nachfrage steht somit kein größeres Angebot gegenüber, was Preise und Mieten weiter ansteigen lässt. Auch Gewerbeimmobilien verzeichnen eine höhere Kreditvergabe.

CDU plant Kurswechsel bei Mietpreisbremse und Heizungsgesetz

Die CDU stellt für 2026 einen politischen Kurswechsel in Aussicht. Sie will Genehmigungen beschleunigen, Eigentum stärker fördern und Mietregeln grundlegend verändern.
Zentrale Details bleiben aber noch offen. Der Leitantrag für den Bundesparteitag sieht eine weitreichende Vereinfachung und Beschleunigung von Baugenehmigungen vor, unter anderem durch Genehmigungsfiktionen und mehr genehmigungsfreie Vorhaben wie Dachausbauten.
Parallel kündigt die Partei eine neue Offensive für Wohneigentum an, etwa über eine niedrigere Grunderwerbsteuer beim ersten Kauf sowie zusätzliche steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten.
Beim Mietrecht soll die Mietpreisbremse im Jahr 2029 auslaufen und durch ein Instrument mit gezielterer sozialer Wirkung ersetzt werden, ohne dass es dafür bisher konkrete Ausgestaltungen gibt.
Zudem bekräftigt die CDU das Ziel, das aktuelle Heizungsgesetz aufzuheben und ein einfacheres und technologieoffenes Gebäudeenergiegesetz zu schaffen.
 

China: Immobilienpreise und Verkäufe sinken seit über 2 Jahren

Chinas Immobilienmarkt steckt weiter in einer tiefen Krise. Die Entwicklungen sind auch für internationale Beobachter interessant, weil sie Hinweise darauf geben, welche globalen Trends künftig lokale Märkte beeinflussen könnten.
Trotz umfangreicher staatlicher Maßnahmen fallen die Immobilienpreise seit mehr als zwei Jahren und die Zahl der Verkäufe sinkt kontinuierlich. Analysten von UBS und anderen Häusern erwarten frühestens 2028 eine Erholung.
Große Entwickler wie China Vanke geraten zusätzlich unter Druck, zahlreiche Projekte stehen still und das Vertrauen vieler Käufer schwindet, sodass immer mehr Haushalte auf den Mietmarkt ausweichen.
Regionale Lichtblicke wie eine leichte Belebung in Shanghai ändern wenig am Gesamtbild. Die anhaltende Schwäche belastet Chinas Wirtschaft und könnte über Kapitalmärkte, Stimmungsfaktoren und Investorenstrategien indirekt auch in Europa nachwirken.
 

EH55 Förderung kehrt zurück und soll Neubau beleben

Die Bundesregierung will mit der Rückkehr der EH55 Förderung den stockenden Wohnungsbau beleben. Viele bereits genehmigte Projekte liegen brach und könnten mit neuen Krediten wieder in Gang kommen.
Ab dem 16. Dezember sollen Neubauten und Ersterwerbe gefördert werden, sofern sie vollständig auf erneuerbare Wärme setzen und eine gültige Baugenehmigung vorliegt.
Vorgesehen sind zinsverbilligte KfW Kredite von bis zu 100.000 Euro pro Wohneinheit mit Laufzeiten von bis zu 35 Jahren. Die Mittel stehen einmalig zur Verfügung und werden bis zur Ausschöpfung vergeben.
Die Branche erhofft sich einen deutlichen Anschub, da zahlreiche Projekte nach der überraschenden Streichung der EH55 Förderung im Jahr 2022 gestoppt wurden.
Der GdW hält kurzfristig bis zu 20.000 zusätzliche Wohnungen für möglich, bei günstigen Zinsen sogar deutlich mehr.