Wohnimmobilien werden teurer – vor allem jenseits der Metropolen
Die Immobilienpreise haben 2025 wieder spürbar angezogen. Besonders Eigentumswohnungen außerhalb der großen Metropolen verteuern sich deutlich. Auch auf dem Mietmarkt ist keine Entspannung in Sicht.
Laut Institut der deutschen Wirtschaft (IW) stiegen die Preise für Eigentumswohnungen 2025 bundesweit um 3,8 Prozent an.
In den zehn größten Städten legten die Wohnungspreise im Jahresvergleich durchweg zu. Besonders stark fiel der Anstieg in Dortmund, Köln und Düsseldorf aus, während München und Stuttgart nur geringe Zuwächse verzeichneten.
Die IW-Zahlen deuten jedoch darauf hin, dass sich die Wohnungsnachfrage verstärkt auf Städte und Regionen mit vergleichsweise niedrigeren Einstiegspreisen verlagert.
Ein- und Zweifamilienhäuser verteuerten sich laut Studie im vergangenen Jahr bundesweit um 2,8 Prozent.
Noch dynamischer als die Kaufpreise entwickelten sich die Mieten, die um 4,1 Prozent stiegen, mit besonders starken Zuwächsen in Köln, Leipzig und Hamburg.
Bauaufträge ziehen kräftig an – Hoffnungsschimmer für die Wirtschaft
Die Bauwirtschaft meldet sich überraschend stark zurück. Deutlich steigende Auftragseingänge nähren die Hoffnung auf ein Ende der Krise.
Experten sehen den Bausektor sogar als möglichen Wachstumstreiber.
Im November verzeichnete das Bauhauptgewerbe laut Statistischem Bundesamt 8,5 Prozent mehr Aufträge als im Vormonat und damit den vierten Zuwachs innerhalb von fünf Monaten.
Auch im Dreimonatsvergleich zeigt sich ein klarer Aufwärtstrend mit einem Plus von 3,8 Prozent. Ökonomen werten die Entwicklung als deutliches Zeichen für eine Erholung nach mehreren Krisenjahren.
Besonders stark zogen die Aufträge im Tiefbau an, während auch der Hochbau spürbar zulegte. Die Umsätze stiegen im November real um 4,3 Prozent, zudem wuchs die Beschäftigung im Baugewerbe.
Das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung erwartet, dass die Bauwirtschaft die Konjunktur spürbar anschieben kann.
Mehr Zwangsversteigerungen: Wo Käufer jetzt Chancen wittern
Immer mehr Immobilien landen in Deutschland unter dem Hammer. Vor allem Wohnungen und Einfamilienhäuser sind betroffen. Für gut vorbereitete Käufer könnten sich daraus neue Gelegenheiten ergeben.
2025 wurden laut Fachverlag Argetra bundesweit mehr als 14.000 Immobilien zwangsversteigert.
Ursachen sind unter anderem die schwache Konjunktur, steigende Insolvenzen und die nachlassende Kaufkraft vieler Haushalte.
Besonders viele Zwangsversteigerungen entfielen auf Nordrhein-Westfalen, das seit Jahren die Spitzenposition einnimmt.
Unter den Städten führt Berlin die Liste an, gefolgt von Chemnitz, München, Leipzig, Zwickau und Nürnberg.
Die deutsche Hauptstadt verzeichnete im vergangenen Jahr mit durchschnittlich mehr als 1,3 Millionen Euro auch die höchsten Verkehrswerte bei zwangsversteigerten Objekten.
Der Bundesschnitt lag bei knapp 340.000 Euro.
Heizungsgesetz: Bleibt die 65-Prozent-Regel?
Das Aus für das sogenannte Heizgesetz wackelt. Innerhalb von Schwarz-Rot wächst der Streit um die Zukunft der 65-Prozent-Regel. Vor allem die SPD bremst den ursprünglich vereinbarten Zeitplan aus.
Union und SPD hatten im Koalitionsvertrag angekündigt, das umstrittene Heizgesetz abzuschaffen und neu zu gestalten.
Doch bei der Reform des Gebäudeenergiegesetzes hakt es vor allem an der 65-Prozent-Vorgabe für erneuerbare Energien bei neuen Heizungen.
Während die CDU diese Regel lockern will, hält die SPD an ihrem Kern fest. Die eigentlich für Januar geplanten Eckpunkte verzögern sich, ein Kabinettsbeschluss rückt in die Ferne.
Kritiker warnen vor einer Wärmepumpenpflicht durch indirekte Vorgaben. Zusätzliche Zweifel kommen aus der CDU selbst, die die versprochene Technologieoffenheit etwa bei Wasserstoff als unrealistisch bezeichnet.
Damit bleibt unklar, wann und wie die Reform des Heizgesetzes tatsächlich umgesetzt wird.
Transaktionsvolumen steigt, IVD warnt vor falschem Optimismus
Nach zwei schwachen Jahren zieht das Transaktionsvolumen am deutschen Immobilienmarkt wieder an. Doch trotz besserer Zahlen warnt der IVD vor zu frühem Optimismus und sieht weiter strukturelle Bremsfaktoren, die eine nachhaltige Erholung verhindern.
2025 wurden laut einer Hochrechnung des Immobilienverbands Deutschland rund 284 Milliarden Euro in private und gewerbliche Immobilien investiert, ein Plus von 17,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Damit bleibt das Marktvolumen jedoch deutlich unter den Hochphasen der Jahre 2021 und 2022. Treiber der Entwicklung ist vor allem der Bestand, während der Neubau weiterhin schwach bleibt.
Niedrige Baugenehmigungen und Fertigstellungen verschärfen den Wohnungsmangel weiter.
Regional zeigen sich große Unterschiede mit starken Zuwächsen etwa in Brandenburg, Hamburg und Sachsen. Der IVD fordert von der Politik bessere Rahmenbedingungen, um Investitionen wieder nachhaltig anzukurbeln.
Niedrige Gasspeicher erhöhen Preisrisiken
Niedrige Füllstände in deutschen Gasspeichern sorgen für neue Sorgen, während man vor steigenden Risiken warnt und Haushalten wie Eigentümern rät, den Gasverbrauch weiter zu senken.
Zwar sei die Versorgung derzeit gesichert, doch der geringere Puffer mache Deutschland anfälliger für Kälteperioden und Preissprünge, so die Expertin vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). Man empfiehlt deshalb, wo möglich über einen Austausch von Gasheizungen nachzudenken, da Wärmepumpen langfristig Kosten senken und Abhängigkeiten verringern. Durch den Import von Flüssiggas ist Deutschland flexibler geworden, zugleich aber stärker dem Weltmarkt ausgesetzt.
Ein Lieferstopp aus den USA würde laut Kemfert zwar keinen sofortigen Engpass auslösen, könnte jedoch deutliche Preisschocks verursachen. Besonders kritisch wäre eine teurere und schwierigere Befüllung der Speicher im Sommer.
Immobilienpreise steigen nur noch langsam
Der Immobilienmarkt kommt weiter zur Ruhe. Zwar liegen die Kaufpreise noch über dem Vorjahr, doch neue Daten zeigen, dass sich die Dynamik deutlich abgeschwächt hat und nicht mehr mit der allgemeinen Teuerung Schritt hält.
Grundlage ist der Greix-Kaufpreisindex, der auf realen, notariell erfassten Verkaufsdaten aus 24 Städten und Regionen basiert. Im vierten Quartal 2025 gaben die Preise für Eigentumswohnungen leicht nach, während Einfamilienhäuser nur geringfügig teurer wurden.
Deutlichere Zuwächse verzeichneten Mehrfamilienhäuser, deren Aussagekraft wegen geringer Verkaufszahlen jedoch eingeschränkt bleibt.
Im Jahresvergleich stiegen die Preise moderat, blieben aber unter der Inflationsrate. Gleichzeitig nahm die Marktaktivität weiter zu, allerdings langsamer als zuvor.
Keine Entlastung für Immobilienmarkt: EZB hält Zins stabil
Die Europäische Zentralbank setzt ihre Zinspause fort und belässt den Leitzins bei 2,0 Prozent. Für den Immobilienmarkt bedeutet das vor allem Stabilität, aber noch keine spürbare Entlastung.
Sinkende Inflation nährt zwar Hoffnungen, doch schnelle Zinssenkungen bleiben unsicher. Die EZB hat den Einlagensatz auch im Februar 2026 unverändert gelassen und setzt damit ihren geldpolitischen Kurs fort.
Für den Immobilienmarkt sorgt das für Planungssicherheit bei Bau- und Immobilienfinanzierungen, da die Zinsen vorerst nicht weiter steigen.
Gleichzeitig bleiben Kredite auf einem vergleichsweise hohen Niveau, was Kaufentscheidungen weiterhin bremst.
Sollten Inflation und Euro-Stärke anhalten, könnten spätere Zinssenkungen den Markt beleben, kurzfristig ist jedoch kaum mit einem Finanzierungsschub zu rechnen.
Knacken Bauzinsen bald die 4-Prozent-Marke?
Nach dem jüngsten EZB-Entscheid mehren sich die Hinweise auf steigende Bauzinsen. Experten erwarten für dieses Jahr höhere Finanzierungskosten und Wechselkursentwicklungen.
Staatsschulden und Marktbedingungen schaffen zusätzliche Unsicherheiten. Die Europäische Zentralbank hat die Leitzinsen erneut unverändert gelassen und damit die Markterwartungen bestätigt.
Kurzfristig bleiben die Baufinanzierungszinsen stabil, mittelfristig wächst jedoch der Druck nach oben. Eine Mehrheit der befragten Banken rechnet im Jahresverlauf 2026 mit einer Rückkehr zur 4-Prozent-Marke.
Als Treiber gelten steigende Staatsausgaben, höhere Anleihe-Emissionen und begrenzter Spielraum bei langfristigen Renditen.
Gleichzeitig könnte ein weiter erstarkender Euro das Wirtschaftswachstum bremsen und die Geldpolitik vor neue Herausforderungen stellen.
Während die Immobilienpreise wieder leicht anziehen und die Zahl der Transaktionen steigt, agieren Banken bei Finanzierungen zunehmend vorsichtig. Alternative Kreditgeber gewinnen dadurch weiter an Bedeutung.

