Steigende Marktzinsen verteuern Immobilienkredite
Obwohl die EZB ihren Leitzins noch stabil hält, ziehen die Zinsen an den Märkten bereits an. Während sich Sparer über die höhere Verzinsung freuen, sind das für Immobilienkäufer schlechte Nachrichten: Die Konditionen von Immobilienfinanzierungen werden schlechter.
Die Renditen langfristiger Bundesanleihen sind auf den höchsten Stand seit 2011 gestiegen und treiben damit auch die Bauzinsen nach oben.
Kredite mit zehnjähriger Bindung liegen inzwischen im Schnitt bei rund vier Prozent, was Immobilienfinanzierungen deutlich verteuert. Hintergrund sind steigende Inflationserwartungen, unter anderem infolge höherer Energiepreise.
Laut Umfragen der EZB rechnen Verbraucher mit weiter anziehender Teuerung, was den Druck auf die Notenbank erhöht. Gleichzeitig verschärfen Banken ihre Kreditvergabe, wodurch Finanzierungen schwerer zugänglich werden.
Während Sparer von höheren Festgeldzinsen profitieren, müssen sich Käufer und Investoren auf steigende Kosten und restriktivere Finanzierungsbedingungen einstellen.
Stromversorgung wird zum neuen Werttreiber bei Immobilien
Steigende Energiekosten und wachsende Netzengpässe verändern die Anforderungen an Immobilienstandorte. Für Investoren und Nutzer wird die Stromversorgung zunehmend zum wichtigen Faktor.
Eine Studie zeigt, dass Energieversorgung und Netzsicherheit immer stärker über Immobilienwerte entscheiden. Vor allem bei Logistik-, Industrie- und Rechenzentrumsimmobilien gewinnt eine resiliente Strominfrastruktur an Bedeutung.
Unternehmen berücksichtigen Stromausfälle zunehmend als Standort- und Betriebsrisiko und zahlen laut der Analyse bereits höhere Mieten für Objekte mit hoher Stromleistung.
Während vollständige Energieautarkie oft als unwirtschaftlich gilt, setzen Investoren auf flexible Lösungen mit Photovoltaik, Batteriespeichern und intelligentem Energiemanagement.
Der steigende Strombedarf durch KI, Elektromobilität und Automatisierung trifft dabei auf begrenzte Netzkapazitäten.
Für Eigentümer und Projektentwickler wird Energie damit zu einem zentralen Faktor bei Vermietung, Projektentwicklung und langfristiger Werthaltigkeit.
Sonn- und feiertags? WEG-Versammlungen dürfen nicht zur Unzeit stattfinden
Zeitpunkt und Termin einer Eigentümerversammlung liegen zwar im Ermessen des Verwalters. Mehrere Gerichtsurteile zeigen jedoch, wann Einladungen als unzumutbar gelten können.
Mehrere Gerichtsentscheidungen konkretisieren, wann Termine für WEG-Versammlungen gegen die Grundsätze ordnungsgemäßer Verwaltung verstoßen können.
Kritisch sind laut Rechtsprechung insbesondere Versammlungen während üblicher Arbeitszeiten, an Sonn- und Feiertagen oder mit zu kurzer Vorlaufzeit in den Schulferien.
So erklärte das Landgericht Frankfurt Beschlüsse einer werktags um 10 Uhr angesetzten Versammlung für unwirksam. Auch religiöse Feiertage können laut Gerichten problematisch sein.
Dagegen müssen Verwalter auf nicht stornierbare Urlaubsreisen außerhalb der Ferienzeiten nicht zwingend Rücksicht nehmen.
Für Verwalter bedeutet das ein erhöhtes Risiko von Anfechtungsklagen, wenn Termine die Teilnahme einzelner Eigentümer unzumutbar erschweren.
Immobilienkredite aus Boomjahren geraten unter Druck
Auslaufende Finanzierungen aus der Niedrigzinsphase setzen Banken und Investoren zunehmend unter Druck. Branchenexperten rechnen deshalb mit mehr Verkäufen notleidender Immobilienkredite.
Laut einem Whitepaper von 777 Capital Partners dürfte das Volumen notleidender Immobilienkredite in Deutschland steigen.
Dabei handelt es sich um sogenannte Non Performing Loans (NPL), also Darlehen, bei denen Kreditnehmer ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr vollständig nachkommen.
Betroffen sind vor allem Finanzierungen aus den Jahren 2019 bis 2022, die häufig mit hohen Fremdkapitalanteilen abgeschlossen wurden.
Höhere Zinsen, sinkende Immobilienwerte und hohe Baukosten erschweren nun die Refinanzierung. Zusätzlich erhöht der EU-weite NPL-Backstop den Druck auf Banken, problematische Kredite frühzeitig aus den Büchern zu nehmen.
Besonders Gewerbeimmobilien und hoch fremdfinanzierte Projektentwicklungen gelten als gefährdet. Erste Verkäufe solcher Kreditpakete wurden bereits 2025 registriert.
Energiepreise und Mieten legen weiter zu – Inflation auf Zweijahreshoch
Der Irankrieg hat das Leben in Deutschland stark verteuert. Im April stieg die Inflationsrate fast auf drei Prozent. Noch beschränkt sich der Preisschub auf bestimmte Bereiche, doch das könnte sich ändern.
Die Inflation in Deutschland ist im April laut Statistischem Bundesamt auf 2,9 Prozent gestiegen und erreichte damit den höchsten Stand seit Januar 2024.
Haupttreiber sind deutlich höhere Energiepreise infolge des Iran-Kriegs. Kraftstoffe verteuerten sich binnen Jahresfrist um 26,2 Prozent, Heizöl sogar um 55,1 Prozent. Auch Dienstleistungen und Nettokaltmieten legten weiter zu.
Experten sehen bislang noch keinen flächendeckenden Preisschub, warnen jedoch vor steigenden Produktions- und Transportkosten für Unternehmen.
Laut Ifo-Institut planen bereits mehr Firmen Preiserhöhungen, unter anderem im Einzelhandel und in der Gastronomie.
Für die Immobilienbranche könnten dauerhaft hohe Energiepreise und steigende Inflation zusätzliche Kostenbelastungen bedeuten.
Neues Heizungsgesetz kollidiert wohl mit EU-Recht
Nur wenige Tage nach dem Kabinettsbeschluss gerät das neue Gebäudemodernisierungsgesetz weiter unter Druck.
Zusätzlich zur Kritik in Deutschland droht Ungemach mit der EU: Verbände und Experten sehen Widersprüche zur EU-Gebäuderichtlinie und warnen vor neuer Planungsunsicherheit.
Im Zentrum der Bedenken steht die Umsetzung der europäischen Gebäuderichtlinie EPBD, die bis Ende Mai in nationales Recht übertragen werden muss.
Mehrere Verbände werfen der Bundesregierung vor, zentrale EU-Vorgaben im neuen Gebäudemodernisierungsgesetz abgeschwächt zu haben.
So sollen Neubauten trotz strengerer EU-Ziele weiterhin Öl- und Gasheizungen nutzen dürfen. Auch die Effizienzstandards für Neubauten zwischen 2026 und 2030 würden laut Kritikern sinken.
Zusätzlich fehlen bislang ein nationaler Renovierungsplan sowie eine angekündigte Gebäudedatenbank, die Brüssel fordert.
Der Immobilienverband ZIA und die Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz sehen deshalb rechtliche Unsicherheiten und wachsende Risiken für Investoren, Eigentümer und Projektentwickler.
Möglich wären langfristig auch Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof.
Neues Ranking: Münchens Zentrum kostet doppelt so viel wie Berlin-Mitte
Die teuersten Wohnlagen Deutschlands liegen fast ausschließlich in München und Hamburg. Gleichzeitig zeigen sich innerhalb vieler Großstädte massive Preisunterschiede zwischen Zentrum und Randlagen.
Ein aktuelles immowelt Ranking der Angebotspreise in den Stadtteilen der 15 größten deutschen Städte zeigt enorme Unterschiede am Immobilienmarkt.
Spitzenreiter ist Altstadt-Lehel in München mit durchschnittlich 12.689 Euro pro Quadratmeter. Insgesamt liegen elf der 20 teuersten Viertel in der bayerischen Landeshauptstadt.
Berlin spielt dagegen trotz seiner Größe preislich nur eine Nebenrolle. Der teuerste Stadtteil Dahlem landet erst auf Platz 46, Berlin-Mitte kostet mit 6.647 Euro pro Quadratmeter nur etwa halb so viel wie das Münchner Zentrum.
Gleichzeitig fallen die Unterschiede innerhalb vieler Städte deutlich aus. In günstigen Randlagen Hamburgs oder Berlins liegen die Preise teils mehr als 40 Prozent unter dem jeweiligen Stadtdurchschnitt.
Prognose bis 2035: Immobilienpreise steigen bundesweit um über 3 Prozent pro Jahr
Die Immobilienpreise in Deutschland fangen sich nach der Zinswende wieder und wachsen langfristig stabil.
Bis zum Jahr 2035 legen die Werte für Wohnungen und Häuser im Bundesdurchschnitt um gut 3 Prozent jährlich zu, was den Markt regional stark verändert.
Der deutsche Wohnungsmarkt entwickelt sich laut einer Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) bis 2035 sehr unterschiedlich.
Während der mittlere Preis pro Quadratmeter von rund 3.024 Euro im Jahr 2025 auf etwa 4.092 Euro im Jahr 2035 steigt, driften die Regionen auseinander.
Entscheidend für den Wert einer Immobilie ist eine starke Wirtschaft und eine gute Anbindung an Großstädte.
Zu den Gewinnern gehören die Gegenden rund um Hamburg, Berlin, Frankfurt und München.
In wirtschaftlich schwächeren Regionen wie dem Erzgebirgskreis oder der Vulkaneifel müssen Eigentümer dagegen mit Preisrückgängen von bis zu 20 Prozent rechnen.

