Neubau-Krise weitet sich aus
Der Wohnungsbau in Deutschland geht weiter zurück: Zahlen des statistischen Bundesamts über die Baufertigstellungen belegen einen deutlichen Rückgang für 2024 im Vergleich zum Vorjahr.
Demnach ist die Zahl der 2024 fertiggestellten Wohneinheiten auf 251.900 zurückgegangen – ein Rückgang von 14,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Von den ausgerufenen 400.000 neuen Wohnungen jährlich hat sich die Realität somit weiter entfernt.
In den Jahren 2022 und 2023 lag die Zahl der Baufertigstellungen im Wohnbau noch knapp unter der Marke von 300.000. Die neue Bauministerin Verena Hubertz bestärkte abermals ihre Forderung nach einem Bauturbo.
Strompreis: Neue Regierung plant Entlastung für Verbraucher
Die schwarz-rote Koalition sieht eine deutliche Senkung der Strompreise für Verbraucher und Unternehmen vor.
Eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt, wie groß die Einsparungen ausfallen könnten, wenn die Pläne umgesetzt werden.
Laut Koalitionsvertrag sollen Verbraucher und Unternehmen um mindestens fünf Cent pro Kilowattstunde entlasten werden, unter anderem durch eine Senkung der Stromsteuer und der Umlagen.
Nach IW-Berechnungen könnte eine vierköpfige Familie mit einem Jahresverbrauch von 4.000 kWh rund 220 Euro im Jahr sparen.
Die geplante Reduzierung der Netzentgelte könnte die Preise weiter senken, bleibt aber noch unkonkret, ebenso wie der angekündigte Industriestrompreis für energieintensive Unternehmen.
Grundsätzlich sei das Strompreispaket ein Schritt in die richtige Richtung, verschiebe die Kosten aber letztlich in den Bundeshaushalt, wodurch der Steuerzahler belastet werde.
Die Studienautoren betonen, dass für eine nachhaltige Preissenkung ein effizienteres Stromsystem mit mehr erneuerbaren Energien, Speichern und regelbaren Kraftwerken notwendig sei.
Ärztekammer verzockt sich mit Immobilien
Die Altersvorsorge der hessischen Ärzte hat 2023 massive Verluste durch riskante Immobilieninvestitionen erlitten. Geld wurde über Umwege in Immobilien investiert.
Weil die betreffenden Entwickler insolvent gingen, sind massive Abschreibungen das Ergebnis.
Das Versorgungswerk der Landesärztekammer Hessen musste 2023 Abschreibungen von fast 300 Millionen Euro vornehmen, hauptsächlich durch den Wertverlust verbriefter Immobilienfinanzierungen.
Unterm Strich steht ein Verlust von fast 50 Millionen Euro für die knapp 37.000 versicherten Mediziner. Das Problem: Viel Geld wurde einem Vermögensverwalter gegeben, der in riskante Immobilien-Projekte investierte, darunter mehrere nun insolvente Entwickler.
Getätigt wurden die Investments als Mezzanine-Finanzierungen, die zwar hohe Zinsen bieten, aber kaum Sicherheiten besitzen, was die Verluste verschärfte.
Das Versorgungswerk hat nämlich im Gegensatz zu klassischen Immobilienfinanzierungen keinen Zugriff auf die Immobilien. Für 2024 werden erneut erhebliche Abschreibungen erwartet, und es bleibt unklar, ob zumindest ein Teil der verlorenen Gelder im Rahmen von Insolvenzverfahren gerettet werden kann.
Stimmung der Immobilienfinanzierer weiter gedrückt
Das Volumen an neuen Immobilienfinanzierungen ist zwar zuletzt kräftig gestiegen, Feierstimmung herrscht in der Branche deswegen trotzdem nicht.
Das Konjunkturbarometer der Immobilienfinanzierer steigt zwar leicht, notiert aber weiter deutlich im negativen Bereich.
Das BF.Quartalsbarometer hat sich von -10,94 Punkten leicht auf -9,58 erhöht. Die Stimmung unter den befragten Kreditinstituten ist also weiter gedrückt, dem Markt insgesamt wird eine eingeschränkte Finanzierungsbereitschaft attestiert.
Allerdings klart im Neukundengeschäft der Himmel langsam auf: Jeder 2. Panelteilnehmer meldet nun schon steigende oder zumindest stabile Abschlüsse.
Die Skala des Stimmungsindex reicht von -25 bis +25. Erst bei positiven Werten würde man von uneingeschränkt positiven Geschäftsaussichten sprechen.
EZB senkt Leitzins auf 2,0 Prozent: Billiges Geld, trübe Aussichten?
Die Europäische Zentralbank senkt erneut den Leitzins – diesmal auf 2,0 Prozent. Es ist bereits die achte Senkung seit Mitte 2024.
Ziel ist es, die Konjunktur im Euroraum zu stützen und die Inflation dauerhaft zu bändigen. Während Sparer sich auf weiter sinkende Zinsen einstellen müssen, dürfen Kreditnehmer auf günstigere Finanzierungen hoffen.
Denn der Leitzins kann Einfluss auf die Bauzinsen haben. Doch das wirtschaftliche Umfeld bleibt angespannt: Die Wachstumsprognose liegt bei nur 0,9 Prozent – mit Deutschland als Sorgenkind.
Die EZB fährt weiter auf Sicht und will künftige Entscheidungen von den Daten abhängig machen.
Stromvertrag bei Mieterwechsel: Neue Regeln sorgen für Stresspotenzial
Ab heute gilt: Strom kann nicht mehr rückwirkend an- oder abgemeldet werden.
Wer umzieht, muss seinen Vertrag künftig vor dem Ein- oder Auszug regeln – sonst drohen teure Grundversorgungstarife und rechtliche Fallstricke.
Die Änderungen im Energiewirtschaftsgesetz setzen neue Fristen: Zwei Werktage vorher muss die Anmeldung beim Energieversorger erfolgen, manche Anbieter verlangen sogar 14 Tage Vorlauf.
Wer zu spät dran ist, rutscht automatisch in die meist teurere Grundversorgung.
Warum offene Immobilienfonds plötzlich an Wert verlieren
Die Ratingagentur Scope hat viele Immobilienfonds neu bewertet. Dabei schnitten über die Hälfte schlechter ab als im Vorjahr. Was ist passiert?
Einige große Fonds mussten gute, voll vermietete Gebäude verkaufen, um Geld für Anlegerauszahlungen zu haben. Dadurch sank die Qualität ihrer Portfolios.
Besonders Fonds mit vielen US-Immobilien kämpfen zusätzlich mit neuen Steuerregeln und wachsenden Leerständen in Bürogebäuden. Das wirkt sich auf die Bewertungen und die Rendite aus:
Im Schnitt lag der Verlust 2024 bei -1,3 %. Auch die Vermietungsquote ist so niedrig wie seit 2012 nicht mehr. Am stärksten traf es Fonds von Union Investment und Deka.
Für 2025 rechnet die Ratingagentur Scope nur mit minimalen Renditen – wenn überhaupt. Es kommt stark darauf an, wie viele Anleger noch ihr Geld abziehen.
Baukosten halbieren, Klimaziel einhalten, Mietpreisbremse reformieren: So soll der Bauturbo zünden
Bauen soll billiger, schneller und klimafreundlich werden: Bauministerin Verena Hubertz will beim Wohnen gleich an mehreren Stellschrauben drehen.
Ihr Ziel: Baukosten halbieren – über serielle Fertigung und günstigere Grundstücke. Gleichzeitig will sie die Mietpreisbremse verlängern und auf Neubauten nach 2014 ausweiten.
Auch beim Heizungsgesetz setzt Hubertz auf Kontinuität: 65 Prozent Klimaneutralität bei neuen Heizungen soll bleiben – trotz Koalitionsplänen zur Abschaffung.
Das Neubauziel von 400.000 Wohnungen sieht sie nicht als realistisch, kündigt aber an, den Wohnungsbau „mit der Brechstange“ wieder anzuschieben.
Die Zahl von nur 250.000 fertiggestellten Wohnungen 2024 nennt sie eine „Vollkatastrophe“.
Regierung senkt den Gaspreis – auf Kosten der Energiewende?
Die Bundesregierung streicht die Gasspeicherumlage, was die Energiekosten für private Haushalte senken soll. Finanziert wird der Schritt aus dem Klimafonds, was bei Grünen und Umweltschützern für Kritik sorgt.
Ab dem 1. Juli 2025 entfällt für Verbraucher die Gasspeicherumlage. Der Gaspreis sinkt dadurch im Durchschnitt um etwa drei Prozent.
Für einen Single-Haushalt mit 5.000 Kilowattstunden Verbrauch bedeutet das rund 18 Euro Ersparnis im Jahr, für Familien mit 20.000 Kilowattstunden rund 71 Euro.
Finanziert wird die Maßnahme aus dem Klima- und Transformationsfonds (KTF), der ursprünglich für Investitionen in den Klimaschutz gedacht war.
Die Grünen kritisieren deshalb, dass nun fossile Energien mit Klimageldern subventioniert werden. Auch Agora Energiewende äußert sich ablehnend.
Insgesamt rechnet die Regierung für 2025 mit Kosten von 6,3 Milliarden Euro für die Energieentlastungen bei Gas und Strom.

