Marktüberblick: Weniger Geld für Sanierungen, teures Heizen, steigende Mieten, Bauzinsen sinken, Baugewerbe mit Jahreshöchstwert bei Insolvenzen, hohe Mieten belasten Studierende & Azubis!

Die wichtigsten News vom Immobilienmarkt aus dem Monat August für Sie gebündelt zusammengefasst!

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Deutshland-Karte mit Lupe

Finanzamt, Hypothek, Insolvenzprüfung: Gröners Vermögen rückt in den Fokus

Christoph Gröner soll dem Finanzamt Millionen schulden. Mehrfach wurde eine Hypothek auf seine Villa eingetragen. Auch ein mögliches Privatinsolvenzverfahren steht im Raum – mitten in einer schwierigen Phase für die Branche. 
Laut Berichten soll das Finanzamt bis zu 14 Millionen Euro von ihm gefordert haben. In Berlin wurde eine Sicherungshypothek über 13 Millionen Euro ins Grundbuch eingetragen und später wieder gelöscht. 
Doch eine zweite Hypothek folgte. Parallel prüft das Amtsgericht Leipzig die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens über Gröners Privatvermögen. 
Laut Schuldnerverzeichnis soll Gröner zwei Mal zur Abgabe einer Vermögensauskunft aufgefordert worden sein. 
Die Entwicklung betrifft einen der bekanntesten Projektentwickler im Land – und wirft Fragen zur finanziellen Stabilität großer Bauakteure auf, während der Immobilienmarkt insgesamt unter Druck steht.
 

Weniger Geld für Sanierungen: BEG-Förderung wird gekürzt

Die Bundesregierung plant für 2026 starke Kürzungen bei der BEG-Förderung für Wohn- und Nichtwohngebäude. 
Die Immobilienbranche warnt vor einem Förderstopp mit Folgen für die Wärmewende und die Planung von Sanierungsprojekten. Im Klima- und Transformationsfonds sollen die Mittel von 15,3 auf 12,1 Milliarden Euro sinken. 
Davon betroffen sind BEG WG und BEG NWG – zentrale Programme für die energetische Sanierung und den Ersterwerb von Effizienzhäusern. 
Der ZIA kritisiert die Kürzungen als fatales Signal. Auch der Bundesverband Erneuerbare Energie fordert mehr Verlässlichkeit, da viele Maßnahmen langfristig geplant werden müssen. 
Nicht betroffen von den Kürzungen sind laut aktuellem Stand Einzelmaßnahmen der BEG EM – etwa der Heizungstausch –, diese sollen in bisherigem Umfang weiterlaufen. 
Eine Verstetigung des Fördervolumens war ursprünglich erwartet worden.
 

Teures Heizen, steigende Mieten: Das droht ab 2027

Ab 2027 steigen die Heizkosten deutlich – wegen eines neuen EU-Gesetzes zum CO₂-Ausstoß. 
Wer in schlecht sanierten Gebäuden wohnt, zahlt besonders viel. Entlastungen sind geplant, aber bisher fehlt ein konkreter Plan. Grund ist das EU-Emissionshandelssystem ETS 2, das fossiles Heizen teurer macht. 
In alten Gebäuden mit schlechtem Energiestandard könnten sich die CO₂-Kosten verdreifachen. Eigentümer müssen sanieren oder zahlen hohe Abgaben. 
Sanierungen senken zwar langfristig die Kosten, können aber durch die Modernisierungsumlage auch die Mieten erhöhen. Besonders Haushalte mit geringem Einkommen sind betroffen. 
Gleichzeitig wird zu wenig saniert – das treibt den CO₂-Preis weiter nach oben. Zwar stehen EU-Milliardenhilfen bereit, doch Deutschland hat bisher keinen Antrag gestellt. 
Ohne klare Entlastung droht eine soziale Schieflage im Wohnungsmarkt und steigende Nebenkosten für Millionen Haushalte.
 

EY-Studie: Bürokratieabbau spart Milliarden beim Bauen

Wenn Deutschland beim Wohnungsbau wieder vorankommen will, braucht es mehr als sinkende Zinsen. Vor allem die Bürokratiekosten könnten zum entscheidenden Hebel werden.
Laut einer aktuellen Prognose von EY-Parthenon lässt die erhoffte Trendwende beim Wohnungsbau weiter auf sich warten. 
Erst ab 2026 wird mit leichtem Wachstum gerechnet. Die hohen Baukosten bleiben das zentrale Problem. Bis zu 15 Prozent davon entfallen auf Bürokratie. 
Würde man diese durch Standardisierung, Digitalisierung und vereinfachte Genehmigungsprozesse abbauen, ließen sich die Gesamtbaukosten laut Studie um rund drei Prozent senken. 
Das Einsparpotenzial beläuft sich auf etwa 2,7 Milliarden Euro. Für 2025 rechnet EY-Parthenon noch mit einem Rückgang der Bautätigkeit um 0,8 Prozent. 
Positiv: Das stabilere Bauzinsniveau und Impulse der neuen Bundesregierung könnten mittelfristig für Entlastung sorgen.
 

Kabinett beschließt Gasspeicherumlage-Entlastung: Was das für Gaskunden bedeutet

Die Bundesregierung übernimmt künftig die Kosten der Gasspeicherumlage und entlastet damit Gaskunden. 
Die geplante Maßnahme soll für Haushalte und Unternehmen spürbare Ersparnisse bringen.
Mit der Übernahme der Gasspeicherumlage will die Bundesregierung die hohen Energiekosten für Endverbraucher und Unternehmen abfedern. 
Das Entlastungspaket sieht vor, dass die Umlage künftig vom Bund finanziert wird, wobei die Endkunden je nach Verbrauch rund 30 bis 60 Euro pro Jahr sparen können. 
Kritiker, vor allem die Grünen, äußern Bedenken, da fossile Energien weiterhin aus dem Klima- und Transformationsfonds gefördert werden. 
Neben der Abschaffung der Gasspeicherumlage wird auch die Senkung der Stromsteuer für das produzierende Gewerbe ab 2026 verstetigt. 
Eine breit angelegte Stromsteuersenkung für alle Verbraucher bleibt jedoch weiterhin ein Thema der politischen Diskussion.
 

Bauzinsen sinken: Neue Dynamik bei Immobilienkrediten

Die Zinsen für Baufinanzierungen sind gesunken. Wer plant zu kaufen oder zu bauen, hat jetzt bessere Karten als noch vor wenigen Monaten.
Nach dem Höchststand Ende 2023 mit über 4 Prozent liegen die effektiven Jahreszinsen aktuell bei rund 3,4 Prozent. Immobilienkäufer können also aktuell wieder zu besseren Konditionen finanzieren. 
In einem Vorfeld möglicher weiterer Zinserhöhungen könnte das eine Zwischenchance sein. 
Kaufinteressenten sollte sich aber auch mit den verschiedenen Finanzierungprodukten beschäftigen:
Annuitätendarlehen, Volltilgerdarlehen, Variables Darlehen oder Bausparsofortfinanzierung – je nach persönlicher Finanz- und Lebenssituation birgt jedes der Modelle Vor- und Nachteile.
 

Baugewerbe stark betroffen: Insolvenzen steigen auf Jahreshöchstwert

Die Zahl der Insolvenzen in Deutschland ist im Juli deutlich gestiegen und auch die Baubranche verzeichnet einen spürbaren Anstieg. 
Neue Daten des Statistischen Bundesamts zeigen, welche Wirtschaftszweige aktuell besonders unter Druck stehen. Demnach lag die Zahl der beantragten Regelinsolvenzen 19,2 Prozent über dem Vorjahresmonat. 
Das ist der höchste Anstieg seit Oktober 2024, als ein Plus von 22,9 Prozent registriert wurde. Besonders hoch war die Insolvenzhäufigkeit im Bereich Verkehr und Lagerei mit 10,9 Fällen je 10.000 Unternehmen. 
Dahinter folgte das Baugewerbe mit 9,4 sowie das Gastgewerbe mit 9,0. Für Mai 2025 meldeten die Amtsgerichte 2.036 Unternehmensinsolvenzen, ein Plus von 5,3 Prozent, bei Forderungen von insgesamt 3,2 Milliarden Euro. 
Auch Verbraucherinsolvenzen stiegen deutlich um 16,1 Prozent auf 6.605 Fälle.
 

Konstante EZB-Zinsen: Stabile Bauzinsen im Sommer

Die EZB macht eine Pause bei den Zinssenkungen. Experten erwarten, dass auch die Bauzinsen im Sommer weitgehend stabil bleiben werden. 
Der Hauptrefinanzierungszins bleibt bei 2,15 Prozent. Die Inflation liegt in der Eurozone und in Deutschland im Juli bei 2,0 Prozent. 
Die US-Notenbank hält den Leitzins ebenfalls unverändert. Sie will die Folgen von Handelskonflikten für Inflation und Arbeitsmarkt beobachten. 
In Deutschland stehen die Bestzinsen für Baufinanzierungen bei 3,26 Prozent für 10 Jahre und rund 3,4 Prozent für 15 Jahre. 
Leichte Marktbewegungen führten zuletzt zu kleinen Anstiegen. Finanzierungskunden können weiter von den aktuellen Konditionen profitieren. Neue Impulse könnten aus den USA kommen.
 

Deutsche sparen lieber für Konsum und Alter als fürs Eigenheim

Immer weniger Deutsche legen Geld fürs Eigenheim zurück, stattdessen rücken Konsum und Altersvorsorge in den Vordergrund, wie neue Umfragedaten zeigen. 
Laut Verband der privaten Bausparkassen wollen nur noch 33 Prozent der Befragten Wohneigentum als Sparziel erreichen, ein Rückgang um zehn Prozentpunkte innerhalb eines Jahres. 
Vor allem jüngere Menschen verabschieden sich zunehmend von der Idee, ein eigenes Zuhause zu finanzieren. Gründe sind hohe Kosten, unsichere Rahmenbedingungen und fehlende Förderimpulse. 
Zwar sind die Zinsen zuletzt gesunken, doch Baufinanzierungen bleiben teuer. 
Fachleute warnen, dass der Rückzug aus dem Eigentum langfristig gesellschaftspolitische Folgen haben könnte, da Wohneigentum eine wichtige Säule der privaten Altersvorsorge darstellt.
 

Hohe Mieten belasten Studierende und Azubis

Viele junge Menschen müssen einen sehr großen Teil ihres Einkommens für die Miete zahlen. Besonders Studierende und Auszubildende sind dadurch stark belastet und geraten oft in finanzielle Schwierigkeiten. 
Wer mehr als 40 Prozent seines Einkommens für Wohnen ausgibt, gilt als überlastet. Bei Studierenden trifft das auf 62 Prozent zu, bei Auszubildenden auf 37 Prozent. 
Zum Vergleich: In der Gesamtbevölkerung sind es nur 12 Prozent. Studierende haben oft weniger als 930 Euro im Monat zur Verfügung, Azubis rund 1.280 Euro. 
Einen großen Teil verdienen sie durch Nebenjobs, hinzu kommen Unterstützung der Familie und teilweise BAföG. 
Die Zahlen stammen aus aktuellen Auswertungen des Statistischen Bundesamtes.