EU-Gebäudeverordnung kommt: Eigentümern droht Kostenschock
Ende Mai wird die überarbeitete EU-Gebäudeverordnung in nationales Recht umgesetzt. Für Immobilienbesitzer dürfte der finanzielle Druck zunehmen, denn energetische Sanierungen können schnell sechsstellige Summen verschlingen.
Kernziel der Richtlinie ist ein CO2-neutraler Gebäudesektor bis zum Jahr 2050, wofür in Deutschland wohl Investitionen von mehr als 70 Milliarden Euro pro Jahr erforderlich wären.
Für umfassend sanierungsbedürftige Gebäude können nach Einschätzung von Experten bis zu 2.500 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche anfallen.
Wer seine Immobilie vermietet, kann allerdings bis zu 8 Prozent der Modernisierungskosten jährlich auf die Miete umlegen.
Steuerlich ist entscheidend, ob es sich um reine Renovierung oder um eine wertsteigernde Sanierung handelt.
Renovierungskosten können als Werbungskosten sofort oder verteilt über 5 Jahre abgesetzt werden und mindern die Steuerlast unmittelbar.
Umfangreiche energetische Maßnahmen müssen dagegen über die Nutzungsdauer, in der Regel 50 Jahre, abgeschrieben werden.
Neubaukredite werden günstiger: Staat dreht am Zinshebel
Die Bundesregierung verbessert die Konditionen für geförderte Neubaukredite. Ab Anfang März sinken die Zinssätze in zentralen Programmen deutlich.
Ziel ist es, mehr bereits genehmigte Projekte wieder in Gang zu bringen.
Das Bundesbauministerium senkt zum 2. März 2026 die Zinssätze für Förderprogramme im Wohnungsneubau. Im Programm Effizienzhaus 55-Plus ist künftig ein effektiver Jahreszins von 1 Prozent bei zehn Jahren Laufzeit und Zinsbindung möglich.
Seit dem Neustart des auf vier Jahre befristeten Programms Mitte Dezember wurden nach Angaben des Ministeriums rund 17.000 Wohneinheiten im EH55-Standard gefördert.
Im Programm Klimafreundlicher Neubau für das Effizienzhaus 40 sinkt der Zinssatz auf 0,6 Prozent effektiv bei gleicher Laufzeit. Zusätzlich können Kommunen bei der KfW höhere Zuschüsse für klimafreundliche Neubauprojekte beantragen.
Immer mehr Regulierung: Politik verprellt Vermieter
Die politischen Eingriffe in den Mietmarkt nehmen zu. Neue Begrenzungen für Mieten und Einnahmen stehen im Raum, gleichzeitig bleibt der Wohnungsbau hinter dem Bedarf zurück.
Doch statt Investition in Wohnraum zu fördern, brummt der Staat Vermietern immer mehr Bürokratie und Einschränkungen auf.
Vor allem private Kleinstvermieter, die mit ihrem Wohnraum meist ohnehin keine großen Überschüsse erwirtschaften, werden zunehmen abgeschreckt, attestiert die FAZ.
In Berlin stehen unter anderem inflationsgebundene Mieterhöhungen, Gewinnbegrenzungen und Vorgaben zur Verwendung von Überschüssen im Raum.
Zudem sollen bei Neuvermietungen Teile der Wohnungen preisgebunden vergeben und zusätzliche Daten erfasst werden. Auf Bundesebene wurde die Mietpreisbremse bis 2029 verlängert, weitere Einschränkungen sind angekündigt.
Laut Jahresgutachten des Zentralen Immobilien Ausschusses werden rund 258.000 neue Wohnungen benötigt, erwartet werden jedoch nur etwa 215.000 Fertigstellungen.
Die zusätzliche Bürokratie hemmt Investitionen und wird die Wohnungssuche weiter erschweren.
Iran-Krieg könnte Finanzierung- und Baukosten weiter treiben
Die Eskalation im Nahen Osten sorgt für Verunsicherung an Finanz- und Rohstoffmärkten. Steigende Energiepreise und höhere Finanzierungskosten treffen auch die Immobilienbranche.
Nach Einschätzung von Marktakteuren und Wissenschaftlern wirkt sich der Konflikt im Nahen Osten spürbar auf die deutsche Immobilienwirtschaft aus.
Francesco Fedele, CEO der BF.direkt AG, verweist auf gestiegene Risiken bei Lieferketten, Energiepreisen und Inflation. Die Branche werde doppelt belastet durch höhere Zinsen in der Finanzierung sowie steigende Betriebs- und Baukosten.
Laut Prof. Steffen Sebastian vom IREBS Institut steht weniger ein Konjunktureinbruch als ein sprunghafter Anstieg von Risikoaufschlägen und Finanzierungskosten im Vordergrund. Transaktionen könnten verschoben und Projekte neu kalkuliert werden.
Iran-Krieg treibt Energiepreise – droht deutschen Haushalten der Kostenschock?
Der Krieg im Nahen Osten sorgt für starke Turbulenzen am Gasmarkt. Ob Haushalte in Deutschland bald deutlich mehr für Energie zahlen müssen, hängt auch von den Verträgen der Endkunden ab.
Nachdem der Iran den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus eingeschränkt hat, steigen die Gaspreise an den europäischen Großhandelsmärkten deutlich.
Der Preis für Erdgas zur Lieferung im April kletterte zeitweise auf rund 66 Euro je Megawattstunde, nachdem er wenige Tage zuvor noch bei etwa 32 Euro gelegen hatte.
Auch Produktionsausfälle beim wichtigen LNG-Produzenten Katar verschärfen die Lage. Laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) ist jedoch noch unklar, ob sich die Entwicklung auf die Endkundenpreise auswirkt.
Dies hänge von den Beschaffungs- und Absicherungsstrategien der jeweiligen Lieferanten und von den Verträgen der Endkunden ab.
Viele Energieversorger sichern ihre Beschaffung jedoch langfristig ab, sodass kurzfristige Preissprünge nicht sofort bei Endkunden ankommen. Einen Engpass bei der Gasversorgung in Deutschland erwartet der BDEW derzeit nicht.
CO₂-Preis könnte stärker steigen als erwartet
Die geplante Einbindung des deutschen CO₂-Preises in ein europäisches Handelssystem verzögert sich. Dadurch könnte der nationale Preis stärker steigen als erwartet.
Für fossile Brennstoffe wie Heizöl und Gas dürfte das zusätzliche Kosten bedeuten.
Grund ist die verschobene Einführung eines europäischen Emissionshandelssystems für Verkehr und Gebäude. Statt wie geplant 2027 könnte das EU-System erst später starten.
Aktuell liegt der nationale CO₂-Preis bei 55 Euro pro Tonne. Ab 2026 werden Zertifikate versteigert, die laut Experten aufgrund begrenzter Mengen vermutlich das obere Ende der Preisspanne erreichen.
Für 2027 ist noch kein konkreter Preis festgelegt. Analysten gehen jedoch davon aus, dass er sich am EU-Emissionshandel für Industrie orientieren könnte, wo Zertifikate zuletzt zwischen 60 und 80 Euro lagen.
Der Staat erzielt aus dem nationalen CO₂-Preis erhebliche Einnahmen. Laut Umweltbundesamt betrugen sie 2025 rund 16 Milliarden Euro.
Bundesbank macht erneut Milliardenverlust
Die Bundesbank bleibt tief in den roten Zahlen. 2025 fällt erneut ein Milliardenverlust an. Für den Bundeshaushalt bedeutet das weiterhin ausbleibende Einnahmen aus Frankfurt.
Die Bundesbank hat 2025 einen Verlust von rund 8,6 Milliarden Euro verbucht und wird damit auch in diesem Jahr keinen Gewinn an den Bund ausschütten.
Es ist bereits das sechste Jahr in Folge ohne Überweisung an den Bundeshaushalt. Ursache sind vor allem die Folgen der Geldpolitik im Euroraum.
Die Notenbanken müssen hohe Zinsen für Einlagen von Geschäftsbanken zahlen, während viele Anleihen im Bestand nur niedrige Erträge abwerfen.
Insgesamt summiert sich der Bilanzverlust inzwischen auf 27,8 Milliarden Euro. Bundesbank-Präsident Joachim Nagel betonte jedoch die solide finanzielle Lage der Notenbank. Gleichzeitig profitieren die Frankfurter von stark gestiegenen Goldpreisen.
Die deutschen Goldreserven im Umfang von 3.350 Tonnen hatten 2025 laut Geschäftsbericht einen Wert von rund 395 Milliarden Euro.
Steigende Energiepreise setzen EZB unter Druck
Ökonomen warnen wegen der steigenden Energiepreise vor einem neuen Inflationsschub in der Eurozone. Für die Geldpolitik könnte das schneller als erwartet Konsequenzen haben.
Seit Beginn des Iran-Kriegs sind die Energiepreise deutlich gestiegen. Der Ölpreis kletterte zeitweise auf fast 120 Dollar pro Barrel, auch Gas verteuerte sich stark.
Laut Ökonomen könnte ein länger anhaltend hohes Preisniveau die Inflation in der Eurozone wieder deutlich antreiben. Die Experten erwarten in diesem Fall eine Teuerungsrate von drei bis vier Prozent in den kommenden Monaten.
Besonders relevant sind mögliche Zweitrundeneffekte: Steigende Energiepreise könnten höhere Lohnforderungen auslösen und Unternehmen zu Preiserhöhungen zwingen.
Für die Europäische Zentralbank (EZB) wächst damit der Druck zu reagieren. Finanzmärkte rechnen bereits mit weiteren Zinserhöhungen noch in diesem Jahr.
Iran-Krieg treibt Bauzinsen über 4 Prozent
Der Krieg im Nahen Osten wirkt sich auch auf den Immobilienmarkt aus. Für Bauherren und Käufer werden Finanzierungen teurer. Gleichzeitig zeigen sich bei den Kreditangeboten der Banken große Unterschiede.
Nach einer Analyse der Frankfurter FMH-Finanzberatung sind die Bauzinsen in Deutschland erstmals seit längerer Zeit wieder über die Marke von 4 Prozent gestiegen.
Grundlage ist eine Auswertung von 207 Kreditangeboten für eine Beispielimmobilie im Wert von 500.000 Euro mit 90 Prozent Beleihung.
Auslöser des Anstiegs sind wachsende Inflationssorgen infolge des Iran-Kriegs und steigender Energiepreise. Dadurch sind auch die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen gestiegen, an denen sich Bauzinsen orientieren.
Für Käufer bedeutet das deutlich höhere Finanzierungskosten. Gleichzeitig zeigt die Analyse große Unterschiede zwischen den Angeboten.
Zwischen günstigstem und teuerstem Kredit liegen rund 1,55 Prozentpunkte, was über die Laufzeit Einsparungen im fünfstelligen Euro-Bereich ermöglichen kann.
Deutschland 2035: Prognose zeigt tiefe Spaltung am Immobilienmarkt
Der Immobilienmarkt entwickelt sich bis 2035 regional immer stärker auseinander. Eine neue IW-Prognose zeigt, welche Standorte zulegen und wo Eigentümern deutliche Wertverluste drohen.
Dabei ist laut Institut der deutschen Wirtschaft nicht mehr entscheidend, ob eine Immobilie in der Stadt oder auf dem Land liegt. Ausschlaggebend ist vor allem die Anbindung an starke Arbeitsmärkte.
Besonders unter Druck stehen Regionen mit schrumpfender Bevölkerung und schwacher Wirtschaftskraft, darunter Teile Ostdeutschlands, das Saarland, ländliche Kreise in Rheinland-Pfalz und das Ruhrgebiet.
In einzelnen Kreisen wie dem Erzgebirgskreis, der Vulkaneifel oder Kronach könnten die Immobilienwerte kaufkraftbereinigt um fast 20 Prozent sinken.
Wachstum sieht die IW-Prognose dagegen in Metropolregionen wie Hamburg, Berlin und Frankfurt sowie in gut angebundenen Umlandkreisen.
Für die Wohnungspolitik leitet das IW daraus regional unterschiedliche Strategien ab, vom Neubau in Wachstumsräumen bis zur Stabilisierung in schwächeren Märkten.
Gaspreise steigen: EU schlägt niedrigere Speicherziele vor
Die EU-Kommission will auf steigende Gaspreise reagieren. Ein neuer Vorschlag zielt darauf ab, den Druck auf die Märkte zu verringern. Hintergrund sind anhaltende Unsicherheiten bei der Energieversorgung.
Angesichts steigender Gaspreise infolge des Iran-Kriegs empfiehlt die EU-Kommission den Mitgliedstaaten, die Füllziele für Gasspeicher von bislang 90 auf 80 Prozent zu senken.
Ziel ist es, die Nachfrage zu reduzieren und so den Preisdruck zu mindern. Auslöser sind Störungen auf den globalen Energiemärkten, insbesondere bei Flüssiggaslieferungen aus Katar.
Trotz der angespannten Situation bewertet die Kommission die Versorgungssicherheit derzeit als stabil und verweist auf Fortschritte bei der Diversifizierung der Energiequellen seit 2022.
Die bestehenden Speicherziele waren damals eingeführt worden, um Engpässe und starke Preissprünge zu verhindern.
Finanzierung für Gewerbeimmobilien wird schwieriger
Bei Gewerbeimmobilien wird die Finanzierung schwieriger. Banken vergeben Kredite vorsichtiger und verlangen strengere Bedingungen, vor allem bei riskanteren Objekten und Refinanzierungen.
Ein Whitepaper von PTXRE zeigt, dass sich die Finanzierung von Gewerbeimmobilien weiter verschlechtert.
Kredite werden nicht nur durch höhere Zinsen teurer, sondern auch durch steigende Bankaufschläge und strengere Vorgaben. Banken prüfen genauer und verlangen mehr Sicherheiten.
Besonders betroffen sind Immobilien mit höherem Risiko, etwa mit Leerstand oder Modernisierungsbedarf.
Stabil vermietete Objekte bleiben dagegen eher finanzierbar. Insgesamt bleibt Geld im Markt, wird aber deutlich vorsichtiger vergeben.
Probleme drohen vor allem bei Refinanzierungen, da viele Finanzierungen auslaufen und neue Kredite schwerer zu bekommen sind.

