EU-weiter CO₂-Preis verändert Heizkosten deutlich
Ab 2028 soll ein einheitlicher CO₂-Preis in der EU gelten. Das könnte die Heizkosten spürbar verändern.
Eine neue Analyse zeigt, wie stark Haushalte in einzelnen Ländern betroffen sind und warum die Folgen innerhalb Europas sehr unterschiedlich ausfallen.
Laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung wird der CO₂-Preis voraussichtlich bei 60 Euro je Tonne liegen.
In Deutschland und anderen westeuropäischen Staaten, in denen bereits ein CO₂-Preis existiert, würden die Heizkosten im Schnitt nur moderat steigen.
In einigen Ländern könnten sie sogar sinken. Deutlich stärker träfe die neue Regelung Haushalte in osteuropäischen Staaten, in denen noch viel mit Gas, Öl oder Kohle geheizt wird.
Dort könnten die Mehrkosten mehrere hundert Euro pro Jahr betragen. Um soziale Härten abzufedern, ist ein europäischer Klima-Sozialfonds geplant, der gezielt besonders belastete Haushalte unterstützen soll.
Neue Energieausweise kommen: Was sich für Eigentümer jetzt ändert
Ab Mai gelten EU-weit neue Regeln für Energieausweise von Gebäuden. Sie bringen eine neue Bewertungsskala und erweitern die Vorlagepflichten deutlich.
Für viele Eigentümer wird der Energieausweis damit früher und häufiger relevant.
Neue Energieausweise bewerten Gebäude künftig mit den Klassen A bis G statt wie bisher von A+ bis H.
Klasse A ist ausschließlich Nullemissionsgebäuden vorbehalten, während Klasse G die energetisch schlechtesten 15 Prozent des Gebäudebestands abbildet.
Zwar bleiben bestehende Ausweise noch bis zu zehn Jahre gültig, neu ausgestellte Dokumente nutzen aber sofort die neue Skala.
Ein Energieausweis ist ab Mai nicht nur bei Verkauf oder Neuvermietung Pflicht, sondern auch bei der Verlängerung von Mietverträgen und bei größeren Renovierungen.
Eigentümer, die keinen oder einen fehlerhaften Ausweis vorlegen, müssen mit Bußgeldern von bis zu 10.000 Euro rechnen. Selbstnutzer sind von der Pflicht ausgenommen, sollten die neuen Regeln aber im Blick behalten.
Kreditsummen in der Baufinanzierung steigen deutlich
Die durchschnittliche Kreditsumme bei Immobilienfinanzierungen ist im Dezember 2025 deutlich gestiegen. Sie erreicht den höchsten Stand seit 2022, was Hinweise auf veränderte Käuferstrategien und anziehende Preise liefert.
Daten des Kreditvermittlers Dr. Klein zeigen, dass Darlehensnehmer im Schnitt 282.829 Euro aufnahmen und damit rund 5.000 Euro mehr als im Vormonat.
Gründe sind ein geringerer Eigenkapitaleinsatz, eine höhere Bereitschaft zur Fremdfinanzierung sowie steigende Immobilienpreise in vielen Regionen, insbesondere in Metropolräumen.
Für 2026 erwartet man eine Fortsetzung dieser Entwicklung und rät davon ab, auf sinkende Preise oder Zinsen zu warten.
Gleichzeitig nahm die Nachfrage nach KfW Darlehen zu, während die Zinsbindungsdauer mit gut zehn Jahren nahezu unverändert blieb.
In diesen Städten zieht der Immobilienmarkt am stärksten an
Der Immobilienmarkt hat zum Jahresende 2025 wieder Bewegung gezeigt. Allerdings kehrt die Nachfrage nicht überall gleichermaßen zurück. Käufer agieren gezielt und entdecken auch lange gemiedene Objekte neu.
Der aktuelle Dr.-Klein-Trendindikator für das 4. Quartal 2025 zeigt einen regional stark differenzierten Immobilienmarkt mit punktueller Belebung.
Besonders stark stieg die Nachfrage nach Wohnimmobilien in Dortmund, wo selbst energetisch schwache Bestandsimmobilien wieder Käufer finden.
Treiber sind vor allem neue Förderprogramme von Banken, die energetische Sanierungen erleichtern. Spürbare Preisanstiege gab es auch in Köln, während München, Frankfurt und Stuttgart zum Jahresende leichte Rückgänge verzeichneten.
In Hamburg und Berlin zogen die Hauspreise an, Eigentumswohnungen vergünstigten sich dagegen leicht.
Insgesamt gewinnen Käufer wieder Vertrauen und profitieren weiterhin von Verhandlungsspielräumen durch oft überhöhte Angebotspreise.
E-Autos werden vor allem von Immobilienbesitzern gekauft
Elektroautos werden in Deutschland überwiegend von Immobilienbesitzern gefahren. Eine aktuelle Analyse zeigt, wie stark E-Mobilität an Wohneigentum und private Lademöglichkeiten gebunden ist.
Bundesweit leben 81,3 Prozent der privaten E-Auto-Halter im Wohneigentum, nur 18,7 Prozent sind Mieter.
Der Zugang zu Garage, Stellplatz oder Wallbox gilt als entscheidender Faktor. Besonders ausgeprägt ist der Zusammenhang in Flächenländern wie Brandenburg, wo 84,8 Prozent der E-Auto-Fahrer Eigentümer sind.
In Metropolen wie Berlin liegt der Mieteranteil deutlich höher. Zugleich steigt die Nachfrage weiter. 2025 entschieden sich 5,5 Prozent der privaten Autokäufer für ein reines Batterieauto.
Für die Immobilienwirtschaft unterstreichen die Zahlen die wachsende Bedeutung wohnungsnaher Ladeinfrastruktur für Wertentwicklung und Vermarktung.
BGH-Urteil: Untermiete darf kein Geschäftsmodell sein
Wer seine Wohnung untervermietet, darf daran nichts verdienen. Das hat der Bundesgerichtshof jetzt klar entschieden. Für Mieter setzt das Urteil enge Grenzen bei der Preisgestaltung.
Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass Mieter mit einer Untervermietung keinen Gewinn erzielen dürfen.
Zweck der Untervermietung sei es, wohnungsbezogene Kosten zu decken, etwa während eines Auslandsaufenthalts, nicht aber, sich finanziell zu bereichern.
Im konkreten Fall hatte ein Berliner Mieter seine Wohnung ohne Erlaubnis deutlich über dem eigenen Mietpreis weitervermietet. Zudem überschritt die verlangte Untermiete die nach der Mietpreisbremse zulässige Höchstgrenze.
Die Kündigung durch die Vermieterin und das Räumungsurteil wurden bestätigt. Damit ist klar, dass gewinnorientierte Untervermietung ein Kündigungsgrund sein kann.
Gaspreise für Neukunden auf 20-Monats-Tief
Gas ist für Neukunden so günstig wie seit fast zwei Jahren nicht mehr. Die zuletzt gestiegenen Großhandelspreise haben dagegen bislang keine Auswirkungen für Haushalte.
Die Gaspreise für Neukunden sind laut Verivox auf rund 8 Cent pro Kilowattstunde gefallen und erreichen damit den niedrigsten Stand seit Mai 2024.
Vor einem Jahr lagen die Preise noch etwa 20 Prozent höher. Zwar sind die Gas-Großhandelspreise zuletzt wegen niedriger Speicherstände und kühler Witterung gestiegen, diese Entwicklung wirkt sich aber bislang nicht auf private Haushalte aus.
Grund dafür sind langfristige Lieferverträge, durch die Preisänderungen an den Börsen oft erst mit Verzögerung ankommen. Verivox erwartet steigende Verbraucherpreise erst, wenn das höhere Großhandelsniveau dauerhaft anhält.
Für Neukunden kann ein Tarif mit Preisgarantie aktuell spürbare Einsparungen gegenüber der teuren Grundversorgung bringen.
Bafin warnt vor Liquiditätsengpässen bei offenen Immobilienfonds
Die Bafin schlägt Alarm bei offenen Immobilienfonds. Erstmals spricht die Finanzaufsicht offen von Liquiditätsnöten einzelner Produkte.
Auslöser sind anhaltende Mittelabflüsse, Wertverluste und Vermietungsprobleme vor allem im Gewerbeimmobiliensegment.
Der Rücknahmestopp des Fonds Wohnselect D verdeutlicht, dass selbst verschärfte Liquiditätsregeln wie Mindesthaltedauer und Kündigungsfristen Risiken nicht vollständig verhindern.
Seit August 2023 sind aus offenen Fonds mehr als 13 Milliarden Euro abgeflossen und damit mehr als während der Finanzkrise.
Besonders Büro- und Einzelhandelsimmobilien belasten die Fonds, deren Preise seit 2022 zweistellig gefallen sind.
Die Bafin warnt, dass schwache Nachfrage, strukturelle Marktprobleme und geringe Liquiditätsquoten den Sektor weiter unter Druck setzen.

